Gottstein fabrics

 

Die Geschichte des Walkens

 

Die Methode Walkstoffe zu verfilzen ist schon seit langer Zeit in vielen Gegenden der Welt bekannt. Die ältesten Funde stammen aus der Zeit rund um 6500 vor Christi und wurden in der heutigen Türkei entdeckt. Im Altaigebirge in Sibirien wurden Kleider aus Walkstoffen in Gräbern gefunden, welche aus dem 7. Jahrhundert vor Christi stammen. Konserviert durch das "ewige Eis" in dieser Region konnten die Kleider nicht nur ihre leuchtenden Farbe beibehalten, sondern sind heute noch in gutem Zustand.

 

Auch in den Alpen kennt man die Methode des Wollfilzens bereits seit mehr als 2.000 Jahren. Die Menschen verwendeten die Wolle von Schafen, Ziegen und Wildtieren als Rohmaterial für die Fertigung von Socken, Umhängen und anderen Kleidungsstücken. Krieger bespannten sogar ihre Schilde mit diesem Filz. Insbesondere Jäger setzten für Ihre Ausrüstung auf Walk und Filz als Material, da es geräuschlose Bewegungen ermöglicht.

 

Um 1350 wurde zum ersten Mal eine gestrickte Wolle als Basis für Walkstoffe verwendet. Heute sind diese sehr traditionellen Wolljacken noch immer in allen alpinen Regionen Europas sehr populär.

 

Die Herstellung der Wolle hat sich im Laufe der Geschichte eine sehr lange Tradition. Im Jahre 1952 begann die Firma Gottstein mit der industriellen Herstellung von Walkstoffen. Damals wurde der Walk noch “Tuch” genannt. Im Laufe der Jahre verbesserten und verfeinerten wir unsere Technik und können nun hochwertige Stoffe von traditionell bis modern herstellen.

 

 

Der Walk-Prozess bei Gottstein

 

Am Besten beschreibt man das Walken mit Wasser, Wärme und Reibung. Die englische Übersetzung des deutschen Wortes "Walkstoff" ist eine perfekte Beschreibung des Prozesses: gekochte Wolle. Wolle verfilzt sich wenn sie Temperaturen über 35°C ausgesetzt ist und dabei gedrückt und geknetet wird. Die Struktur verändert sich und wird dicker. Das Ausgangsmaterial schrumpft je nach Bearbeitungsintensität um 20-60 %. Zwischen den einzelnen Fasern wird Luft eingeschlossen. Nach dem Walkprozess ist der Stoff 8-20 mal resistenter als das gestrickte Ausgangsmaterial.

In unserem Unternehmen erfolgt die Herstellung von Walkstoffen auf folgende Art und Weise:

  • Wir beziehen fertig gesponnene und gefärbte Wollgarne von Führenden Garnherstellern in Europa, wobei wir verschiedene Garnstärken von Grob (8/1) bis sehr fein (60/2) verarbeiten

  • Auf Rundstrickmaschinen stricken wir die Garne zu einem Wollschlauch.

  • Nach dem Stricken wird der Wollschlauch aufgelockert und kommt in eine überdimensionale Waschmaschine. Jeder Stoff hat eine eigene Rezeptur, welche per Computerunterstützung durchgeführt wird. Meist dauert ein Walkvorgang ca. 30-40 Minuten bei einer Temperatur von ca. 35°C.

  • Nach dem Walkvorgang wird der bereits verfilzte aber noch nasse Walkschlauch aufgeschnitten.

  • Der Stoff durchläuft noch den Trockner und wird dann als letzter Schritt auf der Bügelmaschine fixiert

  • Wenn ein Walkstoff in den Stoffverkauf geht, durchläuft er noch eine Warenschau. Dort werden eventuelle Nadelfehler oder Löcher festgestellt.

 

Der Rohstoff

 

Gottstein-Walkstoffe ergänzen perfekt natürliche Materialien mit neuester computergesteuerter Produktionstechnologie. Die Rohstoffe sind reine Schurwollen und klares Quellwasser aus den Bergen. Das Rohmaterial wird nur unter Hinzufügung von Hitze mechanisch behandelt, ohne Beigabe von Weichmachern und anderen Chemikalien. Durch die Beihilfe von modernster Technologie kann der Energie- und Wasserbedarf bis zu 60% reduziert werden.

 

Die Schurwolle stammt vom gezüchteten Merino-Schaf. Das Rohmaterial unterliegt strengen Auslesevefahren und wird sorgfältig gewaschen. Nah dem Trocknen sind die Faserbündel gekämmt und schmeidig, welches die charakteristischen Kontribute für die außergewöhnliche Dichte und weiche Oberfläche Darstellt.

 

 

Die Argumente:

  • reine Schurwolle ist ein perfektes Naturprodukt
  • aufgrund der natürlichen Kräuselung der Wolle können diese nicht verkleben. Durch Lufteinschlüsse wird ein hoher Kälteschutz erreicht
  • die hohe Elastizität des Stoffes
  • ein angenehmer und durch das eingeschlossene Luftvolumen auch atmungsaktiver Tragekomfort
  • Wolle ist extrem absorbierend und kann bis zu einem Drittel seines Eigengewichts and Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich dabei nass anzufühlen
  • Walkstoffe sind sehr langlebig
  • Walkstoffe sind mehr oder weniger faltenfrei
  • im Gegensatz zu synthetischen Stoffen, laden sich Walkstoffe nicht elektrisch oder magnetisch auf
  • Walkstoffe sind schmutzabweisend, können aber bei 30° gewaschen werden. Das Material ist biologisch abbaubar